Naturverträgliche Nutzung von Bergwiesen und -weiden im Westerzgebirge



Viele unserer mitteleuropäischen Landschaften sind durch Weidetiere entstanden. So ging ein Großteil unserer Wiesen und Weiden aus der Gemeinschaftsweide der Dörfer hervor und manche Wälder aus der einst weitverbreiteten Waldweide. Dabei haben sich die Grünländer im Laufe der Jahrhunderte durch Veränderung der Nutzungsformen stark verändert. Durch den Übergang zur Stallhaltung wurden viele Grünländer zu reinen Mähwiesen. Insbesondere in Verbindung mit der Heuwerbung entstanden sehr wertvolle Bestände.
In den vergangenen Jahrzehnten sind wiederum als Ergebnis der Veränderungen in der Landnutzung artenreiche Wiesen und Weiden immer seltener geworden. Unter guten standörtlichen Bedingungen wird in Ackerland umgebrochen oder die Grünlandnutzung stark intensiviert. In landwirtschaftlich benachteiligten Regionen lohnt sich eine Bewirtschaftung kaum noch. Produktionsschwaches Grünland oder extreme Standorte werden zu Brachland, oder es wird aufgeforstet. Aber gerade diese Flächen haben unter ökologischen und landschaftsästhetischen Aspekten sowie für Fremdenverkehr und Erholung große Bedeutung. Im Westerzgebirge sind sie noch (!) ein typisches Kulturlandschaftselement, zu dessen möglichst umfassenden Erhalt der NABU-Kreisverband Aue-Schwarzenberg e. V. und der Landschaftspflegeverband „Westerzgebirge“ beitragen wollen.

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Blühende Bergwiese.
Foto: RV Erzgebirgsvorland e. V.


Dabei steht bei den Gemeinschaftsprojekten der beiden Verbände der Grundsatz „Schutz durch Nutzung“ eindeutig im Vordergrund, die reine Pflege von Grünland mit Entsorgung des Mähgutes tritt immer mehr zurück. Wichtigstes Mittel dabei ist die Bindung der Maßnahmen an Tiere, ob nun direkt durch die Beweidung von Flächen oder indirekt über die Verfütterung des Heus von Mähflächen im Winter. Nur so kommt man einer sinnvollen, kreislauforientierten Wirtschaftsweise wieder näher. Zwei Beispiele sollen hier vorgestellt werden, die den eingeschlagenen Weg deutlich machen.