Bergwiesenschutzprojekt Stützengrün



Eine etwas andere Strategie kommt in Stützengrün zum Tragen. Im Mittelpunkt des über die Landschaftspflegerichtlinie seit 1997 geförderten Projektes steht ein nach der Wende zum großen Teil brach gefallenes Tal. Ziel des Projektes war es, nach einer Grundpflege in den ersten Jahren den Anteil der genutzten Flächen stetig zu erhöhen. Mittlerweile wird fast die gesamte Fläche wieder genutzt, wobei die Mahd mit Heuwerbung als klassische Nutzungsform der Bergwiesen im Vordergrund steht. Teile der Flächen werden aber auch beweidet bzw. nachbeweidet, oder es findet ein Wechsel aus Mahd und Beweidung statt. Dabei werden die Tiere zwischen vielen kleineren Weiden umgetrieben, um wenig Weiderest zu belassen und eine der Mahd möglichst angenäherte Bewirtschaftung zu erzielen.

Dadurch und im Zusammenwirken mit den reinen Mähflächen entsteht ein ausgesprochen kleinflächiges und vielfältiges Nutzungsmosaik, das an „frühere Zeiten“ in der Landwirtschaft erinnert. Bei der Beweidung wird der Nachwuchs der Mutterkuhherde in Zschorlau eingesetzt. Wenn der für Mensch und Tier stressige, aber unumgängliche Transport überstanden ist, sind die Färsen und Jungbullen an den steilen Hängen des Stützengrüner Tales sozusagen im „Sommerurlaub“. Die bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv. Die Tiere fressen bei der gewählten Weideführung auch alte Aufwüchse hervorragend ab und hinterlassen kaum Weidereste. Wegen des geringen Gewichts der Tiere kommt es auch an den steilsten Stellen kaum zu Trittschäden, die Wasserstellen und besonders beliebte Aufenthaltsorte natürlich ausgenommen.

Das Projekt hat bei den zuständigen Behörden und Fachleuten sehr positive Resonanz gefunden. Aber auch die Kommune, die einheimische Bevölkerung und Touristen sind begeistert darüber, „dass wieder Leben im Tal ist“. Im Spätherbst geht es wieder nach Hause, die Jungtiere kommen dann zu ihren Familien auf die Winterweiden in Zschorlau. Dort müssen sich alle Tiere fast ein halbes Jahr lang mit dem spät geworbenen Bergwiesenheu begnügen und damit ihren Beitrag zum Erhalt der Mähwiesen leisten.

Gegen Ende dieses Zeitraumes merkt man ihnen aber an, dass die Sehnsucht nach frischem Grün immer größer wird. Sie werfen begehrliche Blicke zu den Sommerweiden, und bei den Färsen und Jungbullen werden Erinnerungen an den „Sommerurlaub“ immer häufiger. Aber irgendwann ist es dann soweit, die Tore werden geöffnet, das Festmahl beginnt. Durch die Erfahrungen der letzten Jahre und die positive Resonanz auf die Projekte fühlen sich NABU und Landschaftspflegeverband auf dem eingeschlagenen Weg bestätigt. Weitere ähnlich gelagerte Projekte sind geplant und können hoffentlich auch umgesetzt werden.