Schneisenpflege



In dieser Schneise muss in jedem Falle der Bewuchs davon abgehalten werden, in die Hochspannungsleitung zu wachsen – die Schneise muss also „offen“ gehalten werden. Das geschieht gewerblich mit einer großen Mähmaschine, die alles ohne Unterschied zerhäckselt und damit eine offene, aber auch devastierte Schneise hinterlässt.

Stattdessen betreiben wir diese Freistellung der Schneise schonender und können so wertvolle nährstoffarme Offenlandbiotope mit Gebüschkomplexen schaffen. Gerade solche offenen, aber keiner landwirtschaftlichen Nutzung unterliegenden Standorte sind in den intensiv genutzten Landschaft Deutschlands selten geworden. Deswegen sind sie schützens- und erhaltenswert.

In einem Teil der Schneise werden Gewässer für Amphibien und Libellen von uns, wo vorhanden, gepflegt und somit erhalten oder, wo sinnvoll und möglich, neu angelegt. Der Strauch- und Baumbewuchs wird derart zurück geschnitten, dass ein Nebeneinander von freien und bewachsenen Flächen entsteht.

Haupttätigkeitsschwerpunkte sind hierbei die auf den Bildern 1 und 5 zu sehenden Gewässer. Das erste weist als anmooriges Gewässer sogar Wollgrasbestände auf und war nach der Freistellung von randlichem Gehölzbewuchs bereits Kinderstube für viele Libellen. Das zweite haben wir durch die Anlage eines Damms (Bild 4) angelegt – eigentlich waren es zwei Dämme, den ersten hat's uns aber nach kurzer Zeit einfach zerspült (Bilder 2 und 3). Nach einem halben Jahr haben nicht nur die ersten Amphibien das Gewässer für sich entdeckt, auch die schnelle Besiedlung durch Standgewässerbegleitende Pflanzen war eindrucksvoll (Bilder 6, 7, 8).

Ein anderer Teil der Schneise präsentiert sich als Heidelandschaft im Kleinformat. Dieser trockene, nährstoffarme, mit Calluna bestandene Streifen (einige hundert Meter lang) soll Reptilien einen Lebensraum bieten. Die darin verstreut liegende Steine und Baumstämme bieten sich als Sonnenplätze an. Auf Bild 9 ist ein freigestellter Abschnitt zu sehen, ein großer Teil sieht aber leider noch so aus wie auf Bild 10.

Zwischen diesen beiden Abschnitten liegt eine prächtig ausgebildete Pfeifengrasflur (Molinia caerulea agg.), die charakteristisch für nährstoffarme, wechselfeuchte Standorte ist (Übergang zwischen trockenerem Heideabschnitt und feuchterem Amphibiengewässerabschnitt).

Diese Vielfalt lässt sich auf sehr einfachem Weg erhalten: Der Sukzessionsbewuchs von Pioniergehölzen muss zurück geschnitten werden – genau das ist unsere Aufgabe (Bilder 11 und 12 – Vorher-Nachher-Bilder nach 1,5 h Einsatz). Da man dabei konstruktiv destruktiv agieren kann, bietet sich diese Arbeit auch prima als Aggressionsabbau oder für das gezielte Abführen überschüssiger Energie an.

Ganz nebenbei eignen sich diese Arbeitseinsätze natürlich als Exkursionen. Neben der Erfahrung im praktischen Arbeiten ist das Erlangen von Artenkenntnis und das Verstehen von Wirk-Zusammenhängen in natürlichen Lebensräumen eine garantierte Beigabe der Aktivität in unserer Gruppe.

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Fotos: © KV Freiberg e. V.