Teich- und Moorrevitalisierung



Bei der Teichrevitalisierung sollen eutrophierte und durch die Ablagerung von Faulschlamm für Wasserpflanzen lebensfeindlich gewordene Teiche wieder als Lebensräume zurück gewonnen werden. Dabei wird das entsprechende Gewässer abgelassen und mindestens über Winter trockengelegt. Im Winter friert der offen gelegte Faulschlamm durch, das darin enthaltene Wasser wird „ausgefroren“ und der Faulschlammkörper sackt somit im Frühjahr zusammen. Faulschlamm ist nichts weiter als in abgestorbener organischer Materie gebundene Nährstoffe. Um Faulschlamm abzubauen müssen diese Nährstoffe also umgesetzt werden. Das passiert von ganz allein, wenn der Faulschlamm weiter offen liegen gelassen wird und mit Luft in Kontakt kommt. Der Teichboden wird mit Pioniervegetation und entsprechender Begleitfauna besiedelt. Im zeitigen Frühjahr, rechtzeitig zur Amphibienlaichzeit, wird der Teich wieder angestaut.

Der Wechsel zwischen Trockenfallen und Überflutung fördert die selten gewordenen Arten der Auen. Solche gibt es aber wegen des umfassenden wasserbaulichen Ausbaus der Fließgewässer kaum noch.

Unser erster revitalisierter Teich ist der Küchenteich in der Halsbacher Teichkette. Vor dem Ablassen war er ein trübes praktisch totes Gewässer, nach dem Ablassen des Teichs und der Entfernung der Fische (sind nur dort weil sie eingesetzt wurden, potentiell natürlich sind diese Teiche Amphibiengewässer) wurde der aufgelassene Faulschlamm (Bild 1) rasch mit Pionierfauna und -flora besiedelt, bis hin zu dem Rohrkolbenbestand der auf Bild 2 zu sehen ist. Dieser Dominanzbestand wir bei nächsten Überstau aber zurückgehen und so wieder anderen Pflanzenarten Raum geben. Das „neu“ geschaffene Amphibiengewässer wurde auch gleich von jenen aus einem oberhalb liegenden periodisch austrocknenden und deswegen fischfreien Tümpel besiedelt. Beleg dafür sind die September dieses Jahres gefundenen jungen Kammmolche (Bild 3).

Während sich die Teichrevitalisierung salopp ausgedrückt mit „Trockenlegen“ und wieder Anstauen umschreiben lässt, geht's bei der Moorrevitalisierung um „Wiedervernässung“. Ein Moor zeichnet sich vor allem durch eines aus - es ist nasses nährstoffarmes Land. Mangelt es einem Moor also an Wasser, wird die moortypische Vegetation (Torfmoose) durch Pioniergehölze verdrängt. Um ein Moor zu pflegen, muss es dementsprechend vor allem feucht gehalten werden. Durch die Einrichtung eines Dammes (Bild 4) und die Freistellung des Randes (Bild 5) hoffen wir im Stadtwald ein Moor erhalten zu können, dass zwar seit langem als Flächennaturschutzdenkmal ausgewiesen ist, jedoch nicht gepflegt wurde. Im Laufe der Jahre drangen aus dem Forst junge Fichten und Kiefern bis ans Moor und verschatteten es. Außerdem fiel das Moor soweit trocken, dass Birkenkeimlinge im Moorkörper Fuß fassen konnten. Hätten diese weiter wachsen können, wäre das Moor in jedem Falle ganz trocken gefallen. Denn ausgewachsene Birken können mehrere hundert Liter Wasser am Tag verdunsten. Die kleinen Birken vertragen es allerdings nicht beständig unter Wasser zu stehen. Mit dem durch den Damm erreichten Wasserstand im Moor sind wir guter Dinge, dass die Birken und andere Keimlinge eingehen und die moortypische Vegetation bestehen bleibt (Bilder 6, 7). Auch waren diesen Sommer viele Libellen zu sehen und auch Ringelnattern wurden gesichtet (Bild 8). Diese ernähren sich von Amphibien, sind also auch ein Zeichen für deren Vorkommen.

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Fotos: © KV Freiberg e. V.