NABU Falkenhain ehrt Aktive

Bronzene Ehrennadeln für fünf langjährige Mitstreiter


Die Ausgezeichneten (v. l.): Ingrid Leonhardt, Jürgen Leonhardt, Karl-Friedrich Oehmichen, Horst Anders, Siegfried Bauch.
Foto: Sven Möhring

Die NABU-Fachgruppe Ornithologie und Herpetologie Falkenhain trifft sich an zahlreichen Wochenenden im Jahr. Gemeinsam gehen die Mitglieder auf Exkursion, errichten und betreuen Krötenzäune, kümmern sich um mehr als 900 Nistkästen, erfassen Wasservögel u. v. m. Gegründet wurde die Gruppe bereits 1962 im Kulturbund der DDR. Viele ihrer Mitstreiter sind seit Jahrzehnten dabei.
Höchste Zeit, ihre Arbeit mit einer Ehrennadel des NABU in Bronze zu würdigen. Die Auszeichnungen überreichte am 11. Dezember 2016 der Vorsitzende der Fachgruppe Sven Möhring an Ingrid Leonhardt – sie kümmert sich seit vielen Jahren um die Finanzen – und an Jürgen Leonhardt, der sich in seiner Heimatgemeinde Falkenhain sehr engagiert und einen Schaukasten im Ort stetig mit aktuellen Naturschutzthemen gestaltet.
Auch Siegfried Bauch – der als „Frosch-Bauch“ über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist, Anfang der 1970er-Jahre mit seiner Herpeto-Jugendgruppe zur Fachgruppe stieß und heute noch Kinder und Jugendliche für den Schutz der Natur begeistert – freute sich über die Würdigung. Er schaffte es u. a., dass 1986 eine Straße in Bennewitz wegen der Amphibienwanderung komplett gesperrt wurde. Ebenfalls ausgezeichnet wurden zwei Gründungsmitglieder der Fachgruppe.
Karl-Friedrich Oehmichen, immer noch voller Elan dabei, betreut u.a. ein Nistkastenrevier in der Muldenaue. Horst Anders hatte u. a. lange Jahre, bis 2014, die Siebenschläfer in den Hohburger Bergen „unter seinen Fittichen“ .




50 Jahre NABU-Fachgruppe Ornithologie und Herpetologie Falkenhain



Am 10.11.2012 beging die FG Falkenhain im Gasthof Deuben bei Bennewitz/Wurzen ihr 50. Gründungsjubiläum. Im Februar 1962 in Falkenhain gegründet, wurde sie 40 Jahre von Hartmut Kopsch erfolgreich geführt und geformt. Ab 2002 übernahm Sven Möhring die Leitung von Hartmut Kopsch, welcher aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste.

Bestand die FG in den Anfangsjahren aus Mitgliedern, welche aus Falkenhain oder der unmittelbaren Umgebung kamen, so sind sie inzwischen über den gesamten Landkreis Leipzig (und sogar darüber hinaus) verteilt. Der harte Kern der Fachgruppe besteht aus ca. 45 Naturfreundinnen und -freunden, welche ihre Aufgabe in der Bewahrung und Pflege der heimatlichen Natur sehen und auf verschiedene Art und Weise ihren Beitrag - mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln – dazu leisten. Hierzu zählen u. a. die Betreuung von Schutzgebieten, Betreuung von Jugendgruppen, Öffentlichkeitsarbeit in Schulen und Kindereinrichtungen, Durchführung und Begleitung von Artenschutzmaßnahmen, faunistische und floristische Kartierungen oder die gezielte Betreuung geschützter Arten (z. B. Weißstorch, Elbebiber) im Landkreis. Zahlreiche Mitglieder sind als Ehrenamtliche Naturschutzhelfer oder Kreisnaturschutzbeauftragte des Landkreises tätig.

Regelmäßige Veranstaltungen (Exkursionen, Versammlungen, Familientage) gehören seit Gründung der FG zum Alltag. Bemerkenswert ist die inzwischen auf über 200.000 Datensätze angewachsene Fachgruppenkartei, welche seit 2009 nunmehr als MULTIBASE-Datenbank fortgeführt wird.

Trotz der demografischen Entwicklung ist es der FG bisher gelungen, immer wieder Nachwuchs für den Naturschutz zu gewinnen, so dass die Zukunft der Gruppe auch mittelfristig gesichert ist.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens wird im November eine Festschrift veröffentlicht werden, welche die Chronik der FG zum Inhalt haben wird.




Storchenrettung in Otterwisch



Am 08.05.2012 erhielt das Umweltamt des Landkreises Leipzig in Grimma die Information, dass ein Alttier des Otterwischer Weißstorchpaares auf der Staatsstraße 49 Richtung Pomßen am Vortag von einem Kraftfahrzeug erfasst und tödlich verletzt wurde. Der Storch hatte bereits in den vergangenen Wochen auf sich aufmerksam gemacht, da er scheinbar unbekümmert direkt neben viel befahrenen Straßen Nahrung suchte.
Der Vorschlag von Weißstorchbetreuer Bernd Holfter, die Eier zu bergen und in den Storchenhof Loburg zu bringen, wurde von der Naturschutzbehörde aufgegriffen. Inzwischen war auch der NABU-Landesverband in Leipzig über das Unglück informiert worden und erklärte sich bereit, bei Bedarf die Kosten für den Feuerwehreinsatz zu übernehmen, um die Storcheneier zu retten. Nach Rücksprache mit dem Oberbürgermeister der Stadt Grimma, Herrn Matthias Berger, wurde mit dessen Zustimmung von der UNB die Freiwillige Feuerwehr der Stadt aktiviert, die mit ihrem Drehleiterfahrzeug nach Otterwisch kam. Dort wurden die vier Weißstorcheier, unter reger Anteilnahme der Bevölkerung, aus dem Nest in 23 Meter Höhe geborgen.

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Fotos: © Annett Riedel, Lothar Andrä

Anschließend brachte sie Sven Möhring, Mitarbeiter der UNB und Vorsitzender der NABU-Fachgruppe Ornithologie und Feldherpetologie Falkenhain, in den Storchenhof Loburg, wo sie von Herrn Dr. Kaatz in Empfang genommen wurden. Als „Ziehmutter“ fungiert hier eine Pute, die bereits vier weitere Eier zur Bebrütung untergeschoben bekam. Sollten die Jungen schlüpfen, werden sie in den folgenden Wochen per Hand und mit Hilfe einer Storchenattrappe aufgezogen und anschließend auf Horstpaare in der Umgebung von Loburg verteilt. Diese sollen dann die weitere Versorgung und Aufzucht der „Adoptivstörche“ übernehmen. Dabei werden Horstpaare ausgesucht, welche noch zusätzliche Jungtiere aufnehmen können. Paare mit 3 oder mehr Jungvögeln kommen dafür also nicht in Betracht.
Nach Aussage von Dr. Kaatz hat der Storchenhof mit dieser Vorgehensweise bereits gute Erfahrungen gemacht, er warnte jedoch vor übertriebenem Optimismus, was die Erfolgsquote anbelangt.

Diese ungewöhnliche Aktion war notwendig, weil Weißstörche ohne die Mithilfe ihres Partners die Brut nicht erfolgreich aufziehen können. Entweder verharrt der zurückbleibende Partner in den folgenden Tagen brütend auf dem Nest und verdurstet/verhungert, oder die Eier/Jungvögel werden, wenn der Altvogel das Nest zur Nahrungssuche verlässt, zur Beute von Prädatoren.