Nistmöglichkeiten für in und an Gebäuden brütende Vögel



Genau wie Fledermäuse finden auch in und an Gebäuden brütende Vögel immer weniger geeignete Plätze zum Brüten. Die Unkenntnis oder rücksichtslose Sanierung sind Schuld an der Zerstörung vieler traditioneller Brutplätze von Mauersegler, Schwalben, Turmfalken, Dohlen und Eulen. Eine positive Ausnahme bilden hier die Kirchen in den Ortschaften um Pausa und Mühltroff, deren Pfarrer aufgeschlossen für die Neuschaffung von Nistmöglichkeiten sind. Auch mussten wir bei einer Erfassung der Brutpaare von Mehl- und Rauchschwalbe feststellen, dass die Bestände in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind.

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Turmfalkenjunge im Nest.

Brutplätze für Turmfalken, Dohlen und Schleiereulen in Kirchen

Die Kulturfolger, welche ursprünglich in Wäldern und anderen Biotopen brüteten, sind den Menschen in die Städte und Dörfer gefolgt. Hier fanden Sie geschützte Nistplätze und genügend Nahrung. Das dies auch in Zukunft so bleibt, haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Wir richten in hohen Gebäuden in der Umgebung, wie Kirchtürmen und Schlössern, Brutnischen ein oder bringen Nistkästen an. Vor allem die Schleiereule, die schon fasst aus unserer Landschaft verschwunden ist, ist auf solche Maßnahmen angewiesen. 33 solcher Brutplätze haben wir jetzt schon in Kirchen geschaffen und alle sind von Turmfalke oder Dohle angenommen wurden. Für Schleiereulen wurden Einflugöffnungen in die Kirchtürme angelegt, welche auch gelegentlich von diesen genutzt werden. Aber nicht nur die Errichtung solcher Plätze ist wichtig. Sie müssen auch regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden.

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In einer Kirche aufgestellter Nistkasten für Turmfalke und Schleiereule.
Fotos: OG Pausa

Schwalbenbestände gehen kontinuierlich zurück

Die private Haltung von Nutztieren hat sich stark verringert und viele Großstallungen wurden aus hygienischen Gründen verschlossen. Ein Problem für die Rauchschwalben, die in solchen Ställen brüten und dort auch einen Teil ihrer Nahrung fangen. Nicht ganz so dramatisch, aber ähnlich, ergeht es den Mehlschwalben, die immer weniger geeignete Plätze zum Bau ihrer Lehmnester finden. Fassadenrenovierungen und immer weniger „Lehmpfützen“ sind einige Gründe dafür. Um die Entwicklung der Schwalbenbestände in und um Pausa zu dokumentieren, führten wir nach 1994 im Jahr 2004 eine zweite Kartierung durch. Unsere Befürchtungen bewahrheiteten sich. Mit der Erfassung aller Mehl- und Rauchschwalbenbruten konnten wir einen Rückgang der beiden Arten feststellen. Einen positiven Aspekt brachte die Kartierung trotzdem. Schüler der Mittelschule Pausa, die an der Erfassung teilnahmen, konnten für die heimische Tierwelt interessiert werden und einige Hausbesitzer boten ihre Hilfe für die Schwalben an, indem Sie künstliche Schwalbennester an ihren Hauswänden aufhingen.

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Fotos: © OG Pausa

Erfasste Schwalbenbrutpaare im Jahr 2004 und die Offenlandbereiche der einzelnen Orte

Ort Rauchschwalbe Mehlschwalbe Offenland
in ha
Grünland
in %
Arnsgrün 10 - 296 21
Bernsgrün - 9 506 24
Büna 54 10 112 68
Dobia 14 20 312 32
Ebersgrün 33 12 421 6
Linda 2 3 199 30
Pausa 12 5 556 23
Ranspach 25 20 341 29
Thierbach 46 8 563 22
Unterpirk 11 7 230 31
Unterreichenau 5 24 200 21
Wallengrün 10 14 236 28
Gesamt 222 132 3.974 -


Gerne informieren wir Hausbesitzer über die verschiedenen Möglichkeiten an ihrem Haus Nistmöglichkeiten für die verschiedenen Vogelarten zu schaffen oder bringen auch selber Nistkästen an. Auch brauchen wir Unterstützung bei der Betreuung der bestehenden Brutplätze und der Herstellung von Holznistkästen.