Eberhard Mädler mit NABU-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet

Am 8. Dezember 2016 wurde Eberhard Mädler – hier umgeben von Mitstreitern der NABU-Gruppe Wittichenau und dem NABU-Vorsitzendem Bernd Heinitz – mit der Goldenen NABU-Ehrennadel ausgezeichnet.
Foto: NABU Wittichenau

Bereits mit 12 Jahren erwachte bei Eberhard Mädler das Interesse an der heimischen Vogelwelt. Als Jugendlicher folgten erste autodidaktische Studien zur Verbreitung und Ökologie verschiedener Vogelarten. Von 1962 bis 1990 beringte er im Auftrag der Vogelwarte Hiddensee etwa 4.500 Vögel, die zu ca. 50 verschiedenen Arten gehörten. Bis zur politischen Wende arbeitete er ehrenamtlich in mehreren Organisationen mit, so als Leiter der Fachgruppe Ornithologie Hoyerswerda, im Bezirksfachausschuss Ornithologie und im Avifaunistischen Arbeitskreis der Niederlausitz.
Seit 1961 engagierte er sich im ehrenamtlichen Naturschutzdienst des Kreises Hoyerswerda, wo er 1977 auch zum Kranichschutzbeauftragten berufen wurde. Er baute ein Betreuernetz für den damals vom Aussterben bedrohten Kranich auf und organisierte Schutzmaßnahmen. Zur Beratung der staatlichen Organe im Naturschutz arbeitete er von 1978 bis 1991 in der Bezirksarbeitsgruppe Artenschutz Cottbus und von 1982 bis 1995 im Kreisnaturschutzbeirat Hoyerswerda mit. Nach 1990 engagierte er sich im Naturschutzbund Deutschland und war bis 2015 Vorstandsmitglied der NABU-Ortsgruppe Wittichenau.
Um seine Artenkenntnisse und Erfahrungen im Naturschutz weiterzugeben, hielt er unzählige Dia-Vorträge und führte Exkursionen in die heimatliche Natur durch. Obwohl er in den letzten Jahren aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste, leitet er noch immer die Seniorenbrigade der NABU-Ortsgruppe Wittichenau bei Artenschutz- und Biotoppflegemaßnahmen an.

Für sein langjähriges und engagiertes Wirken für die sächsische Natur und den NABU Sachsen wurde Eberhard Mädler im Dezember 2016 die goldene NABU-Ehrennadel überreicht.




Comeback für den Kammmolch

NABU Wittichenau erbringt Beweis für gelungene Umsiedlungsaktion


Kleine Molchfänger.


Aus einer vermüllten Kiesgrube zwischen Rachlau und Großsärchen retteten Aktive des NABU Wittichenau im Winter 2002/2003 Kammmolche und setzten sie in einem eigens dafür angelegten Ersatzlaichgewässer auf Eigentumsflächen des NABU in Rachlau aus. Danach ließ das damalige Landratsamt Kamenz die wilde Müllkippe verfüllen. Erfolgskontrollen am neuen Gewässer ein Jahr später waren enttäuschend. Kein einziger Kammmolch konnte gefunden werden, Ursache war der illegale Einsatz von Fischen. Erst 2015 konnte Iris John vom NABU Wittichenau mittels Flaschenfallen Kammmolche nachweisen und auch Larven, im mittlerweile wieder fischfreien Gewässer.
Ende Mai 2016 ging sie mit Teilnehmern der NABU-Familienexkursion 2 Tage lang erneut auf Suche. Während am 27. Mai 32 Kammmolche und 3 Teichmolche in Flaschenfallen und beleuchteten Eimerreusen gefangen wurden, waren es einen Tag darauf sogar 73 Kammmolche und 5 Teichmolche. Damit ist es nach bisheriger Kenntnis zurzeit das bedeutendste Kammmolchgewässer der Region.

Beleuchtete Eimerreusenfalle.
Fotos: © Iris John





Ortsgruppe Wittichenau – neuer Vorstand gewählt



Die NABU-Ortsgruppe Wittichenau wählte am 30.01.2015 einen neuen Vorstand. Während einer Mitgliederversammlung wurden Hagen Rothmann zum Vorsitzenden und Iris John zu seiner Stellvertreterin gewählt. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Volker Kupsch, Beate Hufnagel und Gunter Findeisen. Hagen Rothmann dankte als neuer Vorsitzender den beiden ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Herbert Schnabel und Eberhard Mädler für ihre jahrzehntelange Vereins- und Vorstandsarbeit. Vor allem Herbert Schnabel, der 2011 mit der goldenen Ehrennadel des NABU ausgezeichnet wurde, hat mit seinem Engagement den Verein selbst und seine gesellschaftliche Wahrnehmung entscheidend mitgeprägt.

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Hagen Rothmann während des Lausitztreffens 2014.
Foto: © Bernd Heinitz





NABU-Infostand mit großer Pilzausstellung



Am 11. Oktober präsentierte die NABU-Ortsgruppe Wittichenau auf dem Erntedankfest der KRABAT-Milchwelt in Kotten große Vielfalt: lesenswerte NABU-Literatur aus allen Fachbereichen und 139 Pilzarten, gesammelt in den Wäldern rings um Wittichenau, Zeißholz und Knappenrode. Wissbegierig nahmen die Besucher der Pilzausstellung die Tipps zu Unterscheidungsmerkmalen von Speisepilzen und ihren giftigen Doppelgängern auf. Nach der „Pilz-Lehrstunde“ konnten sie einige Arten bereits gut unterscheiden: Blutreizker essbar/ Birkenreizker giftig, Perlpilz essbar/Panterpilz giftig, Parasol-Riesenschirmpilz essbar/ Garten-Riesenschirmpilz giftig.
Die NABU-Gruppe und ihr Vorsitzender Herbert Schnabel bedanken sich bei allen Helfern, die beim Sammeln der Pilze, beim Auf- und Abbau des Infostandes und der Pilzausstellung mitgeholfen haben und den Stand betreuten.




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Fotos: © Herbert Schnabel


Krötenrettung am Amphibienschutzzaun Wittichenau

Kinder-Aktion im Rahmen des Projekts „Naturtäter“



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Fotos: © Iris John


Lausitztreffen 2014

Zu Fuß durch das FFH-Gebiet „Otterschütz“



2014 fand das NABU-Lausitztreffen am 10. Mai statt. Die Ortsgruppe (OG) Wittichenau hatte in den Ortsteil Zeißholz der Stadt Bernsdorf/Oberlausitz eingeladen. 52 Personen aus sieben Regionalverbänden waren der Einladung gefolgt. Schwerpunkt des Treffens war diesmal das Kennenlernen des 210 ha großen FFH-Gebietes „Otterschütz“, in welchem die Wittichenauer OG Eigentums- und Pachtflächen des NABU entsprechend des Managementplanes naturschutzgerecht bewirtschaftet. Daneben wird auch an Erfassungen im Rahmen landesweiter Monitoringprogramme, so z. B. am Feinmonitoring des Kammmolches, mitgewirkt.
Nach der Begrüßung durch Herbert Schnabel (Vorsitzender OG Wittichenau) und Bernd Heinitz (Vorsitzender des NABU Sachsen), erläuterte Vereinsmitglied Hagen Rothmann anhand von Karten, wie das Gebiet entstand und welche geologischen Besonderheiten zur gegenwärtigen Naturausstattung geführt haben. Diese waren letztendlich ausschlaggebend für die Unterschutzstellung des Gebietes; 1990 zunächst als einstweilig gesichertes Naturschutzgebiet und endgültig dann 2011 als Schutzgebiet gemeinschaftlicher Bedeutung.

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Fotos: © Franziska und Bernd Heinitz

Während der anschließenden ca. 5-stündigen Fußwanderung konnten die Lebensräume von solch seltenen Tieren wie Rotbauchunke, Kammmolch und Fischotter betrachtet werden. Einzigartig sind jedoch die sogenannten Jesore. Diese entstanden aus der Verwitterung oberflächig anstehender Braunkohleflöze und bilden heute die wenigen Gewässer Sachsens, die natürlichen Ursprungs sind. Am Wegesrand wurden geschützte Pflanzen, wie der Sumpfporst, das Doldige Winterlieb oder das Moosauge entdeckt. Der lerchenähnliche Gesang des Baumpiepers, welcher als Charaktervogel der Kiefernwälder gilt, begleitete die Wanderer auf Schritt und Tritt.
Während der Mittagspause am ehemaligen Forsthaus verlieh Herbert Schnabel Herrn Gunter Findeisen die Ehrennadel des NABU in Bronze. Herr Findeisen hat sich innerhalb der OG Wittichenau u. a. bei der Mitarbeit und Anleitung der „Seniorenbrigade“ verdient gemacht, welche sich jeden Donnerstag zur Erledigung anstehender Pflegearbeiten trifft.
Nicht nur die Eiszeit und der Abbau von Kohle, Sand und Ton haben ihre Spuren hinterlassen. Durch das Gebiet verlief die im Ergebnis des Wiener Kongresses 1814/15 festgelegte preußisch-sächsische Grenze, deren Verlauf noch heute anhand der dort stehenden Grenzsteine nachvollzogen werden kann und die bis in die jüngere Gegenwart Bezirke, Gemeinden und Gemarkungen voneinander trennte bzw. trennt.
Wer wollte, konnte sich nach der Wanderung und einer Stärkung mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen, weiteres heimatkundliches Wissen bei einem Rundgang durch das Dorfmuseum Zeißholz aneignen. Hier wird die Wandlung der bereits 1401 erstmals urkundlich erwähnten Siedlung vom sorbischen Bauerndorf zur späteren Bergarbeitersiedlung dargestellt. So waren für die Gegend die sog. Rucksackbauern prägend, welche zunächst in die Gruben zum Braunkohleabbau einfuhren um dann nach Feierabend zu Hause noch ihre landwirtschaftlichen Flächen zu bewirtschaften und das Vieh zu versorgen. So ist das Otterschützer Gebiet ein Lehrbeispiel dafür, wie Naturgewalten und Mensch gleichsam über die Ausstattung der Landschaft mit Pflanzen und Tieren bestimmen und für Vielgestaltigkeit sorgen können.
Unser Dank gilt Herrn Kurt Schnabel für die Durchführung der notwendigen Transporte, Frau Ulla Flechtner für die hervorragende Mittagsversorgung und Herrn Dieter Retschke für die Erlaubnis zur Nutzung des Zeißholzer Dorfmuseums.

Hagen Rothmann


Wanderung ins Naturschutzgebiet „Dubringer Moor“ mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich



Nach der Königsbrücker Heide und dem Seifersdorfer Tal hatte Ministerpräsident Stanislaw Tillich Vereinsvorsitzende und Wehrleiter der freiwilligen Feuerwehren aus seinem Wahlkreis am 14. Juni 2013 zu einer Wanderung ins Naturschutzgebiet „Dubringer Moor“ eingeladen. Bei dieser Wanderung wollte der Ministerpräsident die ehrenamtlich tätigen Vorstände der Vereine näher kennen lernen. Schon vor dem Start fanden das ausgelegte Infomaterial zum Dubringer Moor, zum Kranich und der neue Flyer unserer Ortsgruppe viele Interessenten.

 
Von links: Die Wanderführer Arno Kasper und Herbert Schnabel mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Iris John und Tochter Sophia und Hagen Rothmann. Nicht auf dem Foto ist Reinhard Dehlitsch. Er war mit dem Spektiv auf dem Beobachtungsstand.
Foto: Christian Schenker


Gegen 15 Uhr starteten 120 Teilnehmer in vier Gruppen unter Leitung der NABU-Ortsgruppe Wittichenau zu einer 4 km langen Wanderung durch das Naturschutzgebiet. Dabei wurden die moortypischen Pflanzen und Tiere vorgestellt und Schutzmaßnahmen, die der NABU durchführt, erläutert. Vom Beobachtungsstand im Wiesenmoor, welcher 2009 von Ministerpräsident Tillich eingeweiht wurde, konnten einige Besucher durch ein Spektiv auch die Bekassine, Vogel des Jahres 2013, entdecken. An der Fischerklause der Teichwirtschaft Neudorf/Klösterlich wurde die Wanderung in gemütlicher Runde mit Bratwurst und Getränken beendet.

Foto: Reinhard Weise





Goldene Ehrennadel des NABU für Herbert Schnabel



Am 17. Dezember 2011 beging die Ortsgruppe Wittichenau mit einer Festveranstaltung ihr 20-jähriges Jubiläum. Im Beisein des Wittichenauer Bürgermeisters Udo Popella, des Hoyerswerdaer Kulturbürgermeisters Thomas Delling und vieler Gäste zeichnete der Vorsitzende des NABU Sachsen, Bernd Heinitz, den Leiter der Ortsgruppe, Herbert Schnabel, mit der NABU-Ehrennadel in Gold aus. Er würdigte damit das langjährige herausragende Engagement von Herbert Schnabel als Motor vieler Projekte und Aktivitäten der Ortsgruppe Wittichenau, die zu den aktivsten Gruppen des NABU Sachsen gehört. Weitere verdiente Mitglieder der Ortsgruppe wurden mit der Ehrennadel in Bronze geehrt.

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Fotos: © Uwe Schroeder




Beliebtes Ausflugsziel hat wieder Beobachtungsstand

Feierliche Übergabe durch Ministerpräsident Stanislaw Tillich



Am 2. Juli 2009 hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich in einer feierlichen Veranstaltung, an der Vertreter von Behörden, Politiker, Vertreter der Presse, der sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und des NABU teilnahmen, einen neu errichteten Beobachtungsstand am Dubringer Moor der Öffentlichkeit übergeben.
Auf Initiative der Ortsgruppe Wittichenau des NABU Sachsen war an gleicher Stelle bereits 1999 ein solcher Beobachtungsstand errichtet worden, der leider im Mai 2006 (am Himmelfahrtstag) durch Unbekannte zerstört wurde.
Deshalb wollte die Ortsgruppe Wittichenau einen sehr stabilen Stand errichten, aber immer fehlten die dafür notwendigen Gelder.
So wurde die Idee geboren, den Reinerlös des 7. Sächsischen Umweltballs, den die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt am 8. November 2008 in der Lausitzhalle in Hoyerswerda veranstaltete, für den Beobachtungsstand zu verwenden.
Es kam ein Betrag von 6.000 Euro zusammen. Einen weiteren Betrag von rund 20.000 Euro erhielt die Ortsgruppe Wittichenau aus dem Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt in Form einer Zuwendung. Durch Eigeninitiative der Ortsgruppe, das heißt durch Arbeitsleistungen und Spenden, konnte im Frühjahr 2009 – unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten – schließlich mit dem Bau des Turmes begonnen werden. Insgesamt wurden für den Neubau des Turmes mehr als 31.000 € aufgebracht.

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Fotos: © Philipp Steuer, OG Wittichenau

In seiner Ansprache am 2. Juli würdigte der Ministerpräsident die Leistungen der Ortsgruppe Wittichenau, ohne die ein solches Projekt kaum hätte realisiert werden können. Und er hob den Wert des Dubringer Moors hervor, das zu den größten noch erhaltenen Moorgebieten Sachsens gehört.
Die ausgedehnten Zwischen- und Flachmoorbereiche, das 120 Hektar große Teichgebiet und die Aue der Schwarzen Elster bilden die Lebensräume für etwa 3.500 Tier- und Pflanzenarten. Hier ziehen die Seeadler ihre Kreise, ertönen die dumpfen Rufe der Großen Rohrdommel und besonders lautstark sind die Unken- und Froschkonzerte zu hören. Eine botanische Kostbarkeit sind die Bestände der Glockenheide und die großen Wollgraswiesen.

Jetzt, nach Übergabe des Beobachtungsstandes, ist es für die vielen Wander- und Naturfreunde, die in dieses einzigartige europäische Schutzgebiet kommen, wieder möglich, die fantastische Welt des Dubringer Moors aus der "Baumperspektive" zu beobachten.

Die LaNU nutzte die Festveranstaltung, um ihre Kinderbroschüre LUCIES ERSTES ABENTEUER in sorbischer Sprache zu übergeben. Dafür waren – stellvertretend für alle Sorbenkinder – die Kinder des Witaj-Kindergartens Dörgenhausen anwesend.